Kontrastmittel bei MRT und CT – Nebenwirkungen, Ausscheidung, Nierenwert, Stillen und Kontrastmittel zum Trinken
Kontrastmittel bei MRT und CT machen Blutgefäße, Organe und krankhafte Veränderungen wie Entzündungen oder Tumoren in den Bildern besser sichtbar. Bei der Kernspintomographie (MRT) wird ein gadoliniumhaltiges, bei der Computertomographie (CT) ein iodhaltiges Kontrastmittel verwendet – meist über eine Vene im Arm, bei Untersuchungen des Bauchraums zusätzlich auch zum Trinken. Kontrastmittel sind in der Regel sehr gut verträglich und werden innerhalb eines Tages praktisch vollständig wieder ausgeschieden.

Gabe
über eine Vene im Arm; bei der CT des Bauchraums oft zusätzlich zum Trinken
Nüchtern
nur bei der CT des Bauchraums sowie der MRT von Bauch, weiblichem Becken und Prostata
blutwerte
aktueller Kreatininwert, bei CT zusätzlich der TSH-Wert – spätestens 3 Tage vor dem Termin mitteilen, sonst müssen wir den Termin absagen
Stillen
normal weiterstillen möglich; wer möchte, kann nach CT- oder MRT-Kontrastmittel freiwillig 24 Stunden pausieren
AUSSCHEIDUNG
über die Nieren, innerhalb von 24 Stunden praktisch vollständig
Nach der Untersuchung
keine Einschränkungen, ausreichend trinken
Privatsprechstunde
für Privatpatienten und Selbstzahler 06151 23480
Wann wird ein MRT oder CT mit Kontrastmittel gemacht?
Ob Kontrastmittel nötig ist, hängt von der Fragestellung ab. Es hilft vor allem dort, wo sich krankhaftes und gesundes Gewebe ohne Kontrastmittel kaum unterscheiden. Typische Anlässe sind zum Beispiel:
- Entzündungen, etwa ein Abszess, eine entzündliche Gelenk- oder Darmerkrankung
- Tumoren und Metastasen, zum Beispiel zur Abklärung eines unklaren Befunds oder zur Verlaufskontrolle
- Blutgefäße, etwa bei Verdacht auf eine Lungenembolie in der CT
- Organe des Bauchraums, zum Beispiel Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse
Wird ein CT immer mit Kontrastmittel gemacht?
Nein. Viele CT-Untersuchungen sind ohne Kontrastmittel aussagekräftig, zum Beispiel das Stein-CT bei einer Nierenkolik oder viele Kontrolluntersuchungen der Lunge. Bei anderen Fragestellungen, etwa einer CT der Lungenarterien oder des Oberbauchs, ist Kontrastmittel in der Regel nötig. Welche Untersuchung bei Ihnen sinnvoll ist, legen wir anhand Ihrer Überweisung fest. Mehr zu den einzelnen Untersuchungen finden Sie auf unserer Seite zur Computertomographie.
MRT mit oder ohne Kontrastmittel – was ist besser?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Bei vielen Fragestellungen, etwa einer frischen Verletzung am Gelenk, reicht eine MRT ohne Kontrastmittel. Bei Verdacht auf eine
Entzündung oder einen
Tumor liefert das Kontrastmittel dagegen entscheidende Zusatzinformationen. Für einzelne Körperregionen beschreiben wir das genauer, zum Beispiel bei der
MRT des Kopfes, der
MRT der Wirbelsäule, der
MRT von Knie, Hüfte und Fuß, der
MRT von Schulter, Ellenbogen und Hand, der
MRT des Bauches und der
MRT des Beckens.
Kontrastmittel bei der MRT
Für die MRT wird ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel über eine Vene im Arm gegeben. Gadolinium verändert die magnetischen Eigenschaften des umgebenden Gewebes und macht so gut durchblutete Strukturen in den Bildern heller.
- Für die MRT verwenden wir ein makrozyklisches Kontrastmittel; nur bei speziellen Fragestellungen an der Leber kommt ein leberspezifisches Kontrastmittel zum Einsatz.
- Bei makrozyklischen Kontrastmitteln ist das Gadolinium besonders fest in ein ringförmiges Trägermolekül eingebunden.
- MRT-Kontrastmittel ist nicht radioaktiv und enthält kein Iod.
- Es wird über die Nieren ausgeschieden – bei normaler Nierenfunktion ist die Hälfte nach etwa zwei Stunden ausgeschieden, nach 24 Stunden praktisch alles.
Bleibt Gadolinium im Körper?
Diese Frage wird viel diskutiert. Der aktuelle Kenntnisstand:
- Nach wiederholten Gaben bestimmter, sogenannter linearer Kontrastmittel ließen sich winzige Mengen Gadolinium u. a. im Gehirn nachweisen.
- Nach makrozyklischen Kontrastmitteln allein zeigen sich diese Veränderungen in der MRT nicht; in Gewebeproben finden sich deutlich geringere Mengen.
- Beschwerden oder Krankheitszeichen durch solche Ablagerungen sind bisher nicht bestätigt.
- Die nephrogene systemische Fibrose (NSF), eine sehr seltene Erkrankung von Haut und Bindegewebe, trat früher fast ausschließlich bei schwer nierenkranken Patienten nach bestimmten älteren Kontrastmitteln auf. Diese werden in Europa heute nicht mehr in die Vene gegeben. Makrozyklische Kontrastmittel gehören zur Gruppe mit dem niedrigsten Risiko.
Kontrastmittel bei der CT
Für die CT wird ein iodhaltiges Kontrastmittel über eine Vene im Arm gegeben. Iod hält Röntgenstrahlen stärker zurück als das umgebende Gewebe – Gefäße und gut durchblutete Organe erscheinen dadurch hell.
- Das Kontrastmittel wird im Körper nicht verstoffwechselt und unverändert über die Nieren ausgeschieden – bei normaler Nierenfunktion ist die Hälfte nach etwa zwei Stunden ausgeschieden, nach 24 Stunden praktisch alles.
- CT-Kontrastmittel ist nicht radioaktiv.
- Vor der Gabe benötigen wir neben dem Kreatininwert auch Ihren TSH-Wert (Schilddrüsenwert).
Kontrastmittel und Schilddrüse
Das Iod im Kontrastmittel kann bei manchen Menschen die Schilddrüse beeinflussen – vor allem bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder bei Knoten mit eigenständiger Hormonproduktion (Schilddrüsenautonomie). Deshalb gilt:
- Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenknoten: Bitte unbedingt vorab mitteilen. Bei einer leichten (latenten) Überfunktion oder Knoten mit eigenständiger Hormonproduktion kann vor der Untersuchung eine medikamentöse Vorbehandlung (Prämedikation) nötig sein, die die Schilddrüse vor dem Iod schützt – in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Bei einer ausgeprägten (manifesten) Überfunktion wird kein iodhaltiges Kontrastmittel gegeben; wir wählen dann ein anderes Vorgehen.
- Geplante nuklearmedizinische Untersuchung oder Behandlung der Schilddrüse: Iodhaltiges Kontrastmittel stört die Aufnahme des radioaktiven Stoffs in die Schilddrüse für einige Wochen. Bitte halten Sie folgende Abstände ein:
| Bevorstehende Untersuchung oder Behandlung | Abstand nach iodhaltigem Kontrastmittel |
|---|---|
| Schilddrüsenszintigraphie | 4 Wochen |
| Radioiodtest oder Radioiodtherapie | 8 Wochen |
Kontrastmittel zum Trinken bei der CT des Bauchraums
Bei einer
CT des Bauchraums wird der Darm oft zusätzlich mit einem
Kontrastmittel zum Trinken markiert. So lassen sich Darmschlingen sicher von Lymphknoten, Organen und krankhaften Veränderungen unterscheiden.
- Bariumhaltiges Kontrastmittel: Sie erhalten die Flaschen vorab in der Praxis und trinken das Kontrastmittel zu Hause nach unserer Anleitung vor der Untersuchung.
- Vor der CT des Bauchraums bleiben Sie nüchtern und trinken außer dem Kontrastmittel nichts – zusätzliche Flüssigkeit würde das Kontrastmittel verdünnen.
- Bariumhaltiges Kontrastmittel wird nicht ins Blut aufgenommen und mit dem Stuhl ausgeschieden.

- Möglich sind leichte, vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel Völlegefühl, Blähungen oder Verstopfung. Trinken Sie nach der Untersuchung ausreichend – das beugt einer Verstopfung vor.
- Iodhaltiges Kontrastmittel zum Trinken: Wenn bariumhaltiges Kontrastmittel nicht infrage kommt, zum Beispiel bei Verdacht auf einen Darmdurchbruch oder Darmverschluss, trinken Sie stattdessen ein iodhaltiges Kontrastmittel bei uns in der Praxis. Es wird nur zu einem sehr kleinen Teil ins Blut aufgenommen und kann vorübergehend Durchfall verursachen, der nach der Darmentleerung abklingt. Da es Iod enthält, ist auch hier eine Schilddrüsenüberfunktion vorab mitzuteilen.
Die Nüchternregel gilt nur für die CT des Bauchraums – bei CT-Untersuchungen anderer Körperregionen müssen Sie nicht nüchtern sein.
Was müssen Sie vor der Untersuchung beachten?
- Nierenwert: Vor jeder Kontrastmittelgabe benötigen wir Ihren aktuellen Kreatininwert. Teilen Sie ihn uns bitte spätestens 3 Tage vor Ihrem Termin online oder telefonisch mit. Liegen uns Ihre Werte nicht rechtzeitig vor, müssen wir Ihren Termin leider absagen. Mit unserem GFR-Rechner können Sie Ihren Wert vorab selbst einordnen.
- Schilddrüsenwert: Vor einer CT mit Kontrastmittel benötigen wir zusätzlich Ihren TSH-Wert.
- Nüchternheit: Wegen des Kontrastmittels müssen Sie nicht nüchtern sein. Nüchtern bleiben Sie nur vor einer CT des Bauchraums und vor einer MRT von Bauch, weiblichem Becken oder Prostata – das hat mit der jeweiligen Untersuchung zu tun, nicht mit dem Kontrastmittel. Bei allen anderen Untersuchungen dürfen Sie normal essen und trinken.
- Metformin: Wenn Sie das Diabetesmedikament Metformin einnehmen, pausieren Sie es vor einer CT mit Kontrastmittel bitte 48 Stunden vorher und nehmen es frühestens 48 Stunden nach der Untersuchung wieder ein, wenn Ihr Nierenwert stabil ist – bitte in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Vor einer MRT mit Kontrastmittel ist das nicht nötig.
- Bitte teilen Sie uns vorab mit, zum Beispiel:
- frühere Unverträglichkeit von Kontrastmittel
- Allergien oder Asthma
- Nierenerkrankung oder Dialyse
- Schilddrüsenerkrankung
- bestehende oder mögliche Schwangerschaft
- Stillzeit
Wie fühlt sich die Kontrastmittelgabe an?
Spürbar ist zunächst nur der kurze Einstich beim Legen des venösen Zugangs.
- MRT: Meist bemerken Sie von der Gabe nichts, manchmal ein kurzes Kältegefühl am Arm.
- CT: Manche Patienten spüren während der Injektion kurz ein Wärmegefühl, einen metallischen Geschmack oder Harndrang. Das ist harmlos und nach wenigen Sekunden vorbei.
Welche Nebenwirkungen kann Kontrastmittel haben?
Kontrastmittel sind in der Regel
sehr gut verträglich. Wie bei jedem Medikament sind dennoch Reaktionen möglich:
| Art der Reaktion | Art der Reaktion | Was passiert |
|---|---|---|
| Leichte, vorübergehende Reaktionen, zum Beispiel Übelkeit oder ein kurzes Unwohlsein | während oder kurz nach der Gabe | klingen von selbst ab |
| Allergieähnliche Reaktionen, zum Beispiel Juckreiz, Hautrötung oder Nesselsucht; sehr selten Atemnot oder Kreislaufbeschwerden | in der Regel sofort oder in den ersten Minuten | wir behandeln sofort in der Praxis |
| Spätreaktionen, meist Hautreaktionen wie Ausschlag oder Juckreiz | Stunden bis Tage später, extrem selten | bitte Vorstellung beim Hausarzt |
Spätreaktionen sind extrem selten. Oft ist dann nicht sicher zu klären, ob das Kontrastmittel die Ursache ist oder etwa Nahrungsmittel, Medikamente oder eine andere Erkrankung in der Zwischenzeit. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an Ihren
Hausarzt.
Ist Kontrastmittel schädlich für die Nieren?
Bei normaler Nierenfunktion wird Kontrastmittel problemlos über die Nieren ausgeschieden. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion wägen wir Nutzen und Risiko sorgfältig ab oder wählen ein anderes Untersuchungsverfahren. Deshalb benötigen wir vor jeder Kontrastmittelgabe Ihren aktuellen Kreatininwert.
Ich vertrage kein Kontrastmittel – was nun?
Wenn Sie früher auf ein Kontrastmittel reagiert haben, teilen Sie uns das bitte unbedingt vor der Untersuchung mit – am besten mit Angabe, um welche Untersuchung und welche Reaktion es ging.
- Wir verzichten dann auf dieses Kontrastmittel.
- Gemeinsam mit Ihrem überweisenden Arzt suchen wir nach einer alternativen Untersuchung, zum Beispiel Ultraschall, MRT oder Szintigraphie.
- Iod und Gadolinium: Eine Unverträglichkeit von iodhaltigem Kontrastmittel (CT) bedeutet nicht automatisch, dass Sie auch gadoliniumhaltiges Kontrastmittel (MRT) nicht vertragen – und umgekehrt. Bitte nennen Sie uns deshalb möglichst genau, welches Kontrastmittel es war.
Kann ich das Kontrastmittel ablehnen?
Ja. Die Kontrastmittelgabe erfolgt nur mit Ihrem Einverständnis. Bitte bedenken Sie aber: Ohne Kontrastmittel kann die Aussagekraft der Untersuchung bei manchen Fragestellungen deutlich eingeschränkt sein – und manche Untersuchungen sind ohne Kontrastmittel gar nicht möglich, zum Beispiel die CT der Lungenarterien bei Verdacht auf eine Lungenembolie. Sprechen Sie uns gerne vor der Untersuchung an.
Wie lange bleibt Kontrastmittel im Körper?

CT- und MRT-Kontrastmittel werden gleich schnell über die Nieren ausgeschieden: Bei normaler Nierenfunktion ist die Hälfte nach etwa zwei Stunden ausgeschieden, nach 24 Stunden praktisch alles. Kontrastmittel zum Trinken verlässt den Körper mit dem Stuhl.
Bei
eingeschränkter Nierenfunktion dauert die Ausscheidung länger.
Was sollten Sie nach der Untersuchung beachten?
- Keine Einschränkungen: Sie können nach der Untersuchung Auto fahren, arbeiten, Sport treiben und normal essen.
- Ausreichend trinken: Eine feste Trinkmenge geben wir nicht vor. Trinken Sie so viel, dass Ihr Urin hell und klar ist – dursten sollten Sie auf keinen Fall.
- Kontakt zu anderen Menschen: Kontrastmittel für MRT und CT sind nicht radioaktiv. Sie können Kinder sofort wieder auf den Arm nehmen; Abstand zu anderen Menschen ist nicht nötig.
- Nach Kontrastmittel zum Trinken: Bei Neigung zu Verstopfung besonders auf ausreichendes Trinken achten.
Kontrastmittel in der Stillzeit
Bei allen Kontrastmitteln, die wir verwenden, können Sie normal weiterstillen.
- CT-Kontrastmittel (iodhaltig) und MRT-Kontrastmittel (gadoliniumhaltig): Nur ein sehr kleiner Teil gelangt in die Muttermilch, und davon nimmt der Säugling nur minimale Mengen auf. Auswirkungen auf das Kind sind nicht zu erwarten. Wenn Sie möchten, können Sie das Stillen für 24 Stunden unterbrechen und vorher abgepumpte Milch geben – notwendig ist das nicht.
- Kontrastmittel zum Trinken: Bariumhaltiges Kontrastmittel wird nicht ins Blut aufgenommen, iodhaltiges nur zu einem sehr kleinen Teil. Eine Stillpause ist nicht nötig.
Bitte teilen Sie uns bei der Anmeldung mit, dass Sie stillen.
Häufige Fragen (FAQ):

Über den Autor
Verfasst von PD Dr. med. Marc C. Heinrich, Facharzt für Radiologie. Er hat zur Nierenverträglichkeit von Kontrastmitteln unter anderem in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlicht und ist Mitherausgeber und Mitautor des Fachbuchs „Kontrastmittel und Niere“.
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