GFR-Rechner: Nierenfunktion (eGFR) einfach online berechnen – GFR-Werte nach Alter, Laborbefund und Kontrastmittel bei Nierenschwäche
Mit dem GFR-Rechner berechnen Sie Ihre Nierenfunktion als geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) aus Kreatininwert, Alter und Geschlecht – nach der CKD-EPI-Formel, die auch auf vielen Laborbefunden steht. Unten erfahren Sie, welcher GFR-Wert für Ihr Alter normal ist, was die Stadien G1 bis G5 bedeuten und was bei Kontrastmittel und eingeschränkter Nierenfunktion gilt. Vor einer CT oder MRT mit Kontrastmittel benötigen wir Ihren aktuellen Kreatininwert.

Sie brauchen
Kreatininwert (mg/dl oder µmol/l), Alter, Geschlecht – Größe und Gewicht sind nicht nötig
normalwert
über 90, sinkt mit dem Alter (ab 70 Jahren im Schnitt um 75)
bedenklich
dauerhaft unter 60
VOR KONTRASTMITTEL
aktueller Kreatininwert, i.d.R. nicht älter als 3 Monate – spätestens 3 Tage vor dem Termin mitteilen
Welcher GFR-Wert ist für mein Alter normal?
Die Nierenfunktion nimmt mit dem Alter natürlicherweise ab. Ein GFR-Wert von 80 ist mit 30 Jahren niedrig, mit 75 Jahren dagegen ganz normal. Die Tabelle zeigt durchschnittliche eGFR-Werte gesunder Erwachsener:
| Alter | Durchschnittliche eGFR (ml/min/1,73 m²) |
|---|---|
| 20–29 Jahre | 116 |
| 30–39 Jahre | 107 |
| 40–49 Jahre | 99 |
| 50–59 Jahre | 93 |
| 60–69 Jahre | 85 |
| ab 70 Jahren | 75 |
- Die Werte gelten für Frauen und Männer; der Rechner berücksichtigt das Geschlecht bereits in der Formel.
- Es sind Durchschnittswerte – einzelne Werte etwas darunter oder darüber sind normal.
- Auffällig ist ein Wert, der dauerhaft unter 60 liegt oder deutlich und rasch abfällt. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Welcher GFR-Wert ist bedenklich? Die Stadien G1 bis G5
Der GFR-Wert wird in
fünf Stadien eingeteilt. Unser Rechner zeigt Ihnen direkt an, in welchem Stadium Ihr Wert liegt:
| Stadium | eGFR (ml/min/1,73 m²) | Bedeutung |
|---|---|---|
| G1 | 90 und mehr | normale oder hohe Nierenfunktion |
| G2 | 60–89 | leicht verminderte Nierenfunktion |
| G3a | 45–59 | leicht bis mäßig verminderte Nierenfunktion |
| G3b | 30–44 | mäßig bis stark verminderte Nierenfunktion |
| G4 | 15–29 | stark verminderte Nierenfunktion |
| G5 | unter 15 | Nierenversagen |
- G1 und G2 sind für sich allein keine Nierenerkrankung – gerade im höheren Alter ist ein Wert zwischen 60 und 89 häufig normal. Erst zusätzliche Hinweise, zum Beispiel Eiweiß im Urin, sprechen für eine Nierenschädigung.
- Liegt die eGFR länger als drei Monate unter 60, spricht man von einer chronischen Nierenerkrankung (chronische Niereninsuffizienz).
- Ein einzelner niedriger Wert ist noch keine Diagnose. Bei einem auffälligen Wert lassen Sie ihn bitte von Ihrem
Hausarzt kontrollieren; bei Bedarf überweist er Sie zum
Nierenfacharzt (Nephrologen).
eGFR, GFR und Kreatinin im Laborbefund – was bedeuten die Werte?
Auf vielen Laborbefunden stehen zwei Nierenwerte untereinander: Kreatinin und eGFR, oft mit dem Zusatz „eGFR (CKD-EPI)“.
- Kreatinin ist ein Abbauprodukt der Muskulatur, das über die Nieren ausgeschieden wird. Es wird im Blut gemessen. Arbeiten die Nieren schlechter, steigt der Kreatininwert.
- eGFR ist die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate. Sie gibt an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern, und wird aus dem Kreatininwert, dem Alter und dem Geschlecht berechnet – das „e“ steht für „estimated“, also geschätzt.
- CKD-EPI ist der Name der Formel, mit der das Labor die eGFR berechnet. Sie müssen dazu nichts weiter beachten – der Zusatz zeigt nur, wie der Wert zustande kommt.
- GFR bezeichnet die tatsächliche Filterleistung der Nieren. Sie lässt sich nur aufwendig messen; im Alltag wird deshalb fast immer die eGFR verwendet.
- Die Einheit
ml/min/1,73 m² bedeutet: Milliliter pro Minute, umgerechnet auf eine durchschnittliche Körperoberfläche. So lassen sich Werte von großen und kleinen Menschen vergleichen.
Kreatinin in mg/dl oder µmol/l?
Labore geben Kreatinin in
mg/dl oder in
µmol/l an. Der Rechner akzeptiert beide Einheiten – wählen Sie einfach die Einheit, die auf Ihrem Befund steht.
| Kreatinin in mg/dl | entspricht µmol/l |
|---|---|
| 0,7 | 62 |
| 1,0 | 88 |
| 1,5 | 133 |
| 2,0 | 177 |
Umrechnung: mg/dl × 88,4 = µmol/l.
Warum weicht mein Ergebnis vom Laborbefund ab?
Unser Rechner verwendet die aktuelle CKD-EPI-Formel von 2021. Viele Labore rechnen noch mit der Vorgängerversion von 2009 oder mit anderen Formeln. Dadurch kann Ihr Ergebnis um einige Punkte vom Wert auf dem Laborbefund abweichen. Für die Einordnung in die Stadien spielt das meist keine Rolle.
Was der Rechner kann – und was nicht
- Die eGFR ist ein Schätzwert und liefert einen guten ersten Anhaltspunkt.
- Nur eingeschränkt aussagekräftig ist sie bei akutem Nierenversagen, in der Schwangerschaft und bei stark abweichender Muskelmasse.
- Der Rechner ist für Erwachsene ab 18 Jahren vorgesehen.
- Er ersetzt
keine ärztliche Einschätzung, hilft Ihnen aber, Ihren Wert vor Ihrem Termin einzuordnen.
Was beeinflusst den GFR-Wert?
Weil die eGFR aus dem Kreatininwert berechnet wird, verändert alles, was den Kreatininwert beeinflusst, auch das Ergebnis. Zu niedrig kann die eGFR zum Beispiel ausfallen bei:
- Flüssigkeitsmangel, etwa bei Durchfall, Erbrechen, Fieber oder wenn Sie sehr wenig getrunken haben
- einer großen Fleisch- oder Fischmahlzeit kurz vor der Blutabnahme – gekochtes Fleisch kann den Kreatininwert vorübergehend erhöhen
- viel Muskelmasse, zum Beispiel bei Kraftsportlern
- Kreatin-Präparaten oder sehr eiweißreicher Ernährung
- bestimmten Medikamenten, die die Ausscheidung von Kreatinin bremsen
- einer akuten Erkrankung
Zu hoch kann die eGFR ausfallen bei wenig Muskelmasse, zum Beispiel im hohen Alter, bei starkem Gewichtsverlust oder nach einer Amputation – dann bildet der Körper wenig Kreatinin, und die Nierenfunktion wirkt besser, als sie ist.
Ist der GFR-Wert von der Trinkmenge abhängig?
Bei normaler Trinkmenge kaum. Ein deutlicher Flüssigkeitsmangel kann den Kreatininwert aber vorübergehend erhöhen und die eGFR senken. Wenn Ihr Wert überraschend niedrig ist, lassen Sie ihn bitte nach einigen Tagen mit ausreichendem Trinken kontrollieren.
Können sich schlechte Nierenwerte wieder erholen?
Das hängt von der Ursache ab:
- Vorübergehende Verschlechterungen, etwa durch Flüssigkeitsmangel, eine akute Erkrankung oder bestimmte Medikamente, bessern sich oft wieder, wenn die Ursache behoben ist.
- Eine
chronische Nierenerkrankung bildet sich meist nicht zurück. Ihr Fortschreiten lässt sich aber oft
verlangsamen – zum Beispiel durch gut eingestellten Blutdruck und Blutzucker. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Hausarzt oder Nephrologen.
Kontrastmittel und Niere: Was gilt bei eingeschränkter Nierenfunktion?
Kontrastmittel für die CT (iodhaltig) und für die MRT (gadoliniumhaltig) werden über die Nieren ausgeschieden – bei normaler Nierenfunktion ist die Hälfte nach etwa zwei Stunden ausgeschieden, nach 24 Stunden praktisch alles. Bei eingeschränkter Nierenfunktion dauert das länger. Deshalb benötigen wir vor jeder Kontrastmittelgabe Ihren aktuellen Kreatininwert.
Ist Kontrastmittel schädlich für die Nieren?
Bei normaler Nierenfunktion wird Kontrastmittel problemlos über die Nieren ausgeschieden.
- Eine Verschlechterung der Nierenfunktion durch Kontrastmittel – erkennbar an einem Anstieg des Kreatininwerts innerhalb von zwei bis drei Tagen nach der Gabe – betrifft vor allem Menschen mit stark eingeschränkter Nierenfunktion oder einem akuten Nierenversagen.
- Bei CT-Kontrastmittel über die Vene gilt eine eGFR unter 30 als wichtigster Risikofaktor.
- Bei MRT-Kontrastmittel ist das Risiko einer Nierenschädigung in der üblichen Dosis äußerst gering.
Bei welchem GFR-Wert kein Kontrastmittel?
Eine feste Grenze, ab der grundsätzlich kein Kontrastmittel gegeben wird, gibt es nicht.
- Bei einer eGFR ab 30 und stabiler Nierenfunktion gilt das Risiko für die Nieren bei Kontrastmittel über die Vene als gering.
- Bei einer eGFR unter 30 ist die Nierenfunktion stark eingeschränkt. Dann wägen wir Nutzen und Risiko immer individuell ab – bei der CT und der MRT ganz unterschiedlich, weil sich die Kontrastmittel deutlich unterscheiden.
- Sprechen Sie uns an, wenn Ihnen eine eingeschränkte Nierenfunktion bekannt ist – wir besprechen dann gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen.
Warum ist bei Niereninsuffizienz Vorsicht mit Kontrastmittel geboten?
- Bei einer Niereninsuffizienz bleibt das Kontrastmittel länger im Körper, weil die Nieren es langsamer ausscheiden.
- Iodhaltiges CT-Kontrastmittel kann eine bereits stark eingeschränkte Nierenfunktion zusätzlich verschlechtern.
- Bei gadoliniumhaltigem MRT-Kontrastmittel steht nicht die Niere selbst im Vordergrund, sondern eine sehr seltene Erkrankung von Haut und Bindegewebe, die nephrogene systemische Fibrose (NSF). Sie trat früher fast ausschließlich bei schwer nierenkranken Patienten (eGFR unter 15 oder Dialyse) nach bestimmten älteren Kontrastmitteln auf, die in Europa heute nicht mehr in die Vene gegeben werden.
CT und MRT mit Kontrastmittel bei eingeschränkter Nierenfunktion im Vergleich
| CT mit Kontrastmittel | MRT mit Kontrastmittel | |
|---|---|---|
| Kontrastmittel | iodhaltig | gadoliniumhaltig, makrozyklisch |
| Risiko für die Nieren | vor allem bei eGFR unter 30 | in der üblichen Dosis äußerst gering |
| Worauf es bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ankommt | Verschlechterung der Nierenfunktion vermeiden | sehr seltene nephrogene systemische Fibrose |
| Vorgehen bei eGFR unter 30 | individuelle Abwägung, zum Beispiel ein anderes Untersuchungsverfahren | individuelle Abwägung; makrozyklische Kontrastmittel gehören zur Gruppe mit dem niedrigsten Risiko |
MRT mit Kontrastmittel bei Niereninsuffizienz
Für die MRT verwenden wir ein makrozyklisches Kontrastmittel. Darin ist das Gadolinium besonders fest in ein ringförmiges Trägermolekül eingebunden. Diese Kontrastmittel gehören zur Gruppe mit dem niedrigsten Risiko für eine nephrogene systemische Fibrose. Wir geben stets die kleinstmögliche Menge, die für eine aussagekräftige Untersuchung nötig ist.
CT mit Kontrastmittel bei Niereninsuffizienz
Für die CT verwenden wir ein
iodhaltiges Kontrastmittel, das unverändert über die Nieren ausgeschieden wird. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion prüfen wir, ob die Fragestellung auch
ohne iodhaltiges Kontrastmittel beantwortet werden kann, zum Beispiel mit einer MRT oder einem Ultraschall. Wie im Einzelfall vorgegangen wird, stimmen wir mit Ihnen und Ihrem
überweisenden Arzt ab.
Kontrastmittel bei Dialyse
Auch Dialysepatienten können Kontrastmittel erhalten. Sowohl CT- als auch MRT-Kontrastmittel werden durch die Dialyse aus dem Blut entfernt.
- CT-Kontrastmittel bei Hämodialyse: Der Termin muss nicht auf die Dialyse abgestimmt werden, und eine zusätzliche Dialyse zum Entfernen des Kontrastmittels ist nicht nötig.
- MRT-Kontrastmittel bei Hämodialyse: Nach dem makrozyklischen Kontrastmittel, das wir verwenden, ist keine sofortige Dialyse nötig. Wird bei einer speziellen Fragestellung an der Leber ein leberspezifisches Kontrastmittel benötigt, wird eine Dialyse direkt nach der Untersuchung und an den beiden folgenden Tagen empfohlen – das muss vorab mit Ihrem Dialysezentrum abgestimmt werden.
- Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse): Eine zusätzliche Hämodialyse ist nach CT-Kontrastmittel nicht nötig, nach makrozyklischem MRT-Kontrastmittel ist keine sofortige Dialyse nötig.
- Restausscheidung: Wenn Sie noch Urin ausscheiden, ist diese Restfunktion der Nieren wertvoll. Bei iodhaltigem Kontrastmittel wird deshalb Nutzen und Risiko mit Blick auf Ihre Restausscheidung abgewogen.
- GFR-Wert bei Dialyse: Bei Dialysepatienten ist der berechnete GFR-Wert nicht aussagekräftig. Bitte teilen Sie uns bei der Terminvereinbarung mit, dass Sie zur Dialyse gehen, an welchen Tagen und ob Sie noch Urin ausscheiden.
Mehr zu Nebenwirkungen, Metformin, Schilddrüse und Stillzeit finden Sie auf unserer Seite zu Kontrastmittel bei MRT und CT.
Kreatininwert vor CT und MRT
Wann wird der Kreatininwert gebraucht?
Nur, wenn bei Ihrer CT- oder MRT-Untersuchung Kontrastmittel gegeben wird. Ob das der Fall ist, klären wir individuell anhand Ihrer Fragestellung. Bei einer Untersuchung ohne Kontrastmittel ist der Wert nicht erforderlich.
Wie alt darf der Kreatininwert sein?
Ihr Kreatininwert sollte in der Regel nicht älter als 3 Monate sein.
Bis wann muss der Wert vorliegen?
Teilen Sie uns Ihren Kreatininwert bitte spätestens 3 Tage vor Ihrem Termin online oder telefonisch mit. Liegen uns Ihre Werte nicht rechtzeitig vor, müssen wir Ihren Termin leider absagen.
- Den Wert bestimmt in der Regel Ihr Hausarzt mit einer einfachen Blutabnahme.
- Mit dem GFR-Rechner oben können Sie Ihren Wert vorab selbst einordnen.
- Mehr zu Ablauf und Vorbereitung finden Sie auf unseren Seiten zur
Computertomographie und zur
Kernspintomographie.
Häufige Fragen (FAQ):

Über den Autor
Verfasst von PD Dr. med. Marc C. Heinrich, Facharzt für Radiologie. Er hat zur Nierenverträglichkeit von Kontrastmitteln unter anderem in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlicht und ist Mitherausgeber und Mitautor des Fachbuchs „Kontrastmittel und Niere“.

Über die Autorin
Verfasst von Dr. Martina Heckmann, Fachärztin für Radiologie. Sie hat zur Bestimmung der Nierenfunktion / der glomerulären Filtrationsrate (GFR) promoviert.
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