Prostata-MRT in Darmstadt: mpMRT zur Früherkennung von Prostatakrebs
Die multiparametrische MRT der Prostata (mpMRT) ist die derzeit genauste, strahlungsfreie Methode zur Vorsorge und Früherkennung von Prostatakrebs. Besteht durch einen erhöhten PSA-Wert oder einen auffälligen Tastbefund der Verdacht auf ein Prostatakarzinom, bietet das Verfahren maximale diagnostische Sicherheit. In der Radiologie am Luisenplatz in Darmstadt führen Dr. Heckmann und PD Dr. Heinrich die Prostata-Untersuchung nach höchsten Qualitätsstandards durch:
- Höchste Expertise: Q2-Zertifikat der AG Uro-Radiologie der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) – die höchste Zusatzqualifikation für die Prostata-MRT-Diagnostik in Deutschland.
- Zertifizierte Bildqualität: Bestätigt durch das Qualitätstestat des Berufsverbandes der deutschen Radiologen und des Qualitäts-Ring-Radiologie.
- Innovative Technik: High-End-Kernspintomographie mit moderner Deep-Learning-Rekonstruktion für gestochen scharfe Bilder bei deutlich verkürzter Untersuchungszeit und mehr Patientenkomfort.
- Präzise Biopsieplanung: Optimale Lokalisierung verdächtiger Areale zur Vermeidung unnötiger Gewebeentnahmen.
Für privat Versicherte und Selbstzahler bieten wir eine spezielle Prostata-Sprechstunde an. Vereinbaren Sie einfach Ihren Wunschtermin.

Früherkennung von Prostatakrebs
- Männern ab 45 Jahren mit einer Lebenserwartung von 10 Jahren und mehr, die eine Früherkennung wünschen oder mit einer familiären Belastung, soll die Bestimmung des PSA-Werts angeboten werden.
- Ein erhöhter PSA-Wert ≥3 ng/ml soll innerhalb von 3 Monaten kontrolliert werden.
- Zur Früherkennung von Prostatakarzinomen soll keine digital-rektale Untersuchung mehr erfolgen.
- Bei einem kontrolliert erhöhten PSA-Wert ≥3 ng/ml und urologisch bestätigtem Risiko für ein Prostatakarzinom, soll eine MRT der Prostata zur weiteren Risikostratifizierung und Biopsieplanung erfolgen.
Quelle: S3-Leitlinie Prostatakarzinom

Bild von Freepik
Was ist eine multiparametrische MRT der Prostata?
Bei der
multiparametrischen MRT der Prostata (mpMRT) handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren ohne Röntgenstrahlung, das mithilfe eines starken Magnetfeldes und Radiowellen hochauflösende Schnittbilder der Prostata erzeugt. „Multiparametrisch" bedeutet, dass mehrere unterschiedliche MR-Parameter miteinander kombiniert werden: eine anatomische Darstellung des Gewebes, eine Analyse der Zelldichte sowie eine Beurteilung der Durchblutung. Erst das Zusammenspiel dieser verschiedenen Parameter ermöglicht die umfassende Beurteilung der Prostata.
Wie funktioniert eine mpMRT?
Die mpMRT verbindet mehrere Aufnahmetechniken zu einer Gesamtuntersuchung:
- T2-gewichtete Bilder zeigen die anatomische Struktur der Prostata sehr detailliert.
- Diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI) erfasst die Beweglichkeit von Wassermolekülen im Gewebe und gibt Hinweise auf eine erhöhte Zelldichte, wie sie bei Tumoren vorkommt.
- Dynamische kontrastmittelverstärkte Sequenzen (DCE) stellen die Durchblutung und Gefäßneubildung im Gewebe dar, nachdem ein Kontrastmittel über die Vene verabreicht wurde.
Erst die Zusammenschau dieser drei Bausteine ermöglicht eine zuverlässige Beurteilung verdächtiger Areale.
Dynamische kontrastverstärkte Sequenz, der Tumor nimmt früh Kontrastmittel auf.
Wie stellen wir gute Bildqualität sicher?
In unserer Praxis setzen wir hochmoderne Deep-Learning-Rekonstruktion (DLR) ein: Diese KI-gestützte Technik berechnet aus den Rohdaten hochaufgelöste, gestochen scharfe anatomische Bilder – bei deutlich kürzerer Untersuchungszeit. Das bedeutet mehr Komfort während der Untersuchung und eine höhere diagnostische Sicherheit bei der Beurteilung selbst kleiner Gewebeveränderungen.
Bessere Bildqualität und kürzere Untersuchungszeit beim Prostata-MRT durch DLR im Vergleich zum Standard-MRT: Sato et al. 2024, Ursprung et al. 2025, Kobayashi et al. 2025
Warum und bei wem sollte die MRT der Prostata durchgeführt werden?
Eine mpMRT kommt insbesondere in folgenden Situationen zum Einsatz:
- im Rahmen der risikoadaptierten, PSA-basierten Früherkennung bei erhöhtem oder in kurzer Zeit ansteigendem PSA-Wert
- vor einer geplanten Erst-Biopsie der Prostata (Primärdiagnostik), um verdächtige Areale gezielt zu lokalisieren
- bei fortbestehendem Krebsverdacht nach einer unauffälligen (negativen) Biopsie ohne vorherige MRT
- vor Beginn sowie im Rahmen der Verlaufskontrollen einer aktiven Überwachung („Active Surveillance") bei bereits diagnostiziertem, niedrig-risikoreichem Prostatakrebs, insbesondere bei einem signifikanten PSA-Anstieg
- zur Stadieneinteilung vor einer Therapieentscheidung sowie bei Verdacht auf ein örtliches Wiederauftreten (Rezidiv) nach vorheriger Behandlung
- bei auffälligem Tastbefund oder familiärer bzw. genetischer Vorbelastung (z. B. Prostatakrebs bei Vater oder Bruder) als Anlass für eine intensivierte, risikoadaptierte PSA-Früherkennung
Ist eine MRT der Prostata sinnvoll?
Die mpMRT hat sich als fester Bestandteil der Leitlinien-gerechten Prostatakrebs-Diagnostik etabliert:
- Sie erhöht deutlich die Wahrscheinlichkeit, klinisch bedeutsame Tumore zu entdecken.
- Gleichzeitig hilft sie, unnötige Gewebeentnahmen zu vermeiden, da bei einer unauffälligen mpMRT häufig auf eine Biopsie verzichtet werden kann.
- So schützt die MRT sowohl vor überflüssigen invasiven Eingriffen als auch vor einer Überdiagnostik klinisch unbedeutender Tumore.
Welche Methoden der Prostata-Untersuchung gibt es?
Zur Abklärung der Prostata stehen mehrere sich ergänzende Verfahren zur Verfügung:
- Digital-rektale Untersuchung (DRU): Abtasten der Prostata durch den Urologen
- PSA-Bestimmung: Bluttest zur Messung des prostataspezifischen Antigens
- Transrektaler Ultraschall (TRUS): schnelle, aber weniger kontrastreiche Bildgebung über den Enddarm
- Multiparametrische MRT (mpMRT): hochauflösende, strahlungsfreie Schnittbildgebung
- Biopsie: systematische (Zufalls-)Entnahme oder gezielte MRT/Ultraschall-Fusionsbiopsie verdächtiger Areale
Prostata-Untersuchung mit Ultraschall oder MRT?
Der transrektalen Ultraschalls (TRUS) dient der Darstellung der gesamten Prostata und unterstützt die Durchführung der Biopsie. Er kann zur Volumetrie und zur Berechnung der PSA-Dichte eingesetzt werden. Er bietet jedoch nur einen begrenzten Weichteilkontrast und kann einen klinisch signifikanten Tumor nicht sicher ausschließen.
Die mpMRT dagegen stellt Gewebestrukturen deutlich detailreicher dar, ermöglicht eine standardisierte Bewertung nach PI-RADS-Kriterien und erkennt klinisch bedeutsame Tumoren zuverlässiger.
In der modernen Diagnostik ergänzen sich beide Verfahren häufig: Zeigt die mpMRT verdächtige Areale, können diese im Rahmen einer Fusionsbiopsie, bei der MRT- und Ultraschallbilder übereinandergelegt werden, gezielt biopsiert werden.
Wann muss eine mpMRT der Prostata durchgeführt werden?
- Eine MRT der Prostata im Rahmen der Primärdiagnostik soll laut Leitlinie ab einer bestätigten Erhöhung des PSA-Werts von ≥3 ng/ml und vor einer Biopsie erfolgen.
- Die Durchführung der MRT soll entsprechend den aktuellen Qualitätsstandards und die Befundung durch einen für die Prostata-MRT Q2-zertifizierten Radiologen erfolgen.

Wie bereite ich mich auf die MRT-Untersuchung der Prostata vor?
Für eine optimale Bildqualität sind einige einfache Vorbereitungen hilfreich:
- etwa vier Stunden vor der Untersuchung nichts essen
- die Harnblase sollte entleert sein
- am Untersuchungstag für Stuhlgang sorgen bzw. auf einen entleerten Enddarm achten, da Stuhlreste und Darmgase die Bildqualität beeinträchtigen können
- lockere, metallfreie Kleidung tragen und Metallgegenstände (Schmuck, Uhren) vorab ablegen
- die Praxis über Herzschrittmacher, Implantate, Metallsplitter, Kontrastmittelallergien, eine eingeschränkte Nierenfunktion oder Platzangst informieren
- vorhandene Befunde mitbringen (PSA-Werte, frühere Biopsieergebnisse, Arztbriefe)
Zur Beruhigung der Darmbewegung wird kurz vor der Untersuchung ein Medikament (Buscopan) verabreicht; dies kann vorübergehend die Sehschärfe beeinträchtigen, sodass Sie nach der Untersuchung für ca. 4 Stunden nicht selbst Auto fahren dürfen.
Wie ist der Ablauf der Prostata-MRT?
- Sie liegen entspannt auf dem Rücken auf der Untersuchungsliege, die in die MRT-Röhre gefahren wird.
- Eine Oberflächenspule wird über dem Becken platziert – eine Endorektalspule im Enddarm ist mit moderner Gerätetechnik nicht mehr erforderlich.
- Nacheinander werden die verschiedenen Sequenzen (T2-Wichtung, Diffusionsbildgebung, kontrastmittelverstärkte Aufnahmen) aufgezeichnet, wofür ein gut verträgliches Kontrastmittel über eine Armvene verabreicht wird.
- Sie hören dabei die typischen Klopfgeräusche des Geräts, spüren keine Schmerzen und sind keiner Strahlung ausgesetzt.
- Dank der Deep-Learning-Bildrekonstruktion dauert die gesamte Untersuchung im Gerät in der Regel nur rund 20 Minuten.

Wer befundet die MRT der Prostata?
Unsere Praxis ist für die technische Bildqualität der mpMRT zertifiziert und wir verfügen über die höchste Zusatzqualifikation in diesem Bereich – das Q2-Zertifikat der AG Uro-Radiologie der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG). Diese Zertifizierung bescheinigt uns eine fundierte Expertise in der technischen Durchführung und Befundung der mpMRT und ist an den Nachweis zahlreicher Fortbildungspunkte sowie einer hohen Anzahl selbst befundeter, histologisch abgesicherter Untersuchungen geknüpft. So stellen wir sicher, dass Ihre Untersuchung nach höchsten fachlichen Standards durchgeführt und befundet wird.
Was bedeutet die PI-RADS-Klassifikation?
PI-RADS (Prostate Imaging Reporting and Data System) ist ein international anerkanntes Klassifikationssystem zur standardisierten Befundung der mpMRT. Anhand der Kombination aus T2-Wichtung, Diffusionsbildgebung und Kontrastmittelaufnahme wird jedem auffälligen Areal eine Punktzahl von 1 bis 5 zugeordnet:
- PI-RADS 1–2: klinisch bedeutsamer Tumor sehr unwahrscheinlich
- PI-RADS 3: unklarer Befund, Verlaufskontrolle oder weitere Abklärung je nach Risikoprofil
- PI-RADS 4–5: klinisch bedeutsamer Tumor wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich, gezielte Biopsie empfohlen
Diese standardisierte Befundung erleichtert die Kommunikation zwischen Radiologie und Urologie und bildet die Grundlage für die weitere Behandlungsplanung.
PI-RADS-Klassifikation v2.1
PI-RADS 1
Ist in der mp MRT der Prostata kein Tumor nachweisbar, so ist ein aggressives und damit behandlungsbedürftiges Tumorwachstum unwahrscheinlich.
PI-RADS 2
BPH bedeutet benigne Prostatahypertrophie. Die Transitionalzone der Prostata ist vergrößert und durchsetzt mit zahlreichen Knoten. Diese können in seltenen Fällen auch mal in der peripheren Zone liegen und dann als Tastbefund auffallen.
PI-RADS 4
Eine der wichtigsten Anwendungen der Prostata-MRT ist die Identifizierung von Prostatakrebs in einem frühen Stadium.
Bei einem Verdacht auf Prostatakrebs kann die MRT genaue Informationen über die Lage und Größe von Tumoren liefern und somit eine gezielte Biopsie ermöglichen.
PI-RADS 5
PI-RADS 5 wird verwendet für Tumoren, die größer sind als 1,5 cm.
Wie geht es nach der Untersuchung weiter?
Nach dem MRT bekommen Sie von uns ihre Bilder in digitaler Form und wir senden ihren Bericht direkt zu Ihren überweisenden Urologen.
Das weiter Vorgehen erfolgt dann meist anhand der S3-Leitlinien:
Die Biopsieindikation hängt im Wesentlichen von der Befundung der zuvor durchgeführten Prostata-MRT ab. Die höchste Aussagekraft für das Vorliegen eines relevanten Prostatakarzinoms bieten die PSA-Dichte (nur in Drüsen bis 75 ml) und der PI-RADS-Score (nach Version 2.1).
- Bei PI-RADS 1 und 2 Befunden soll keine Biopsie durchgeführt werden.
- PI-RADS 3 Befunde in der Prostata-MRT sollen bei niedrigem individuellem Risiko nicht biopsiert werden.
- PI-RADS 4 und 5 Befunde in der mpMRT sollen
gezielt biopsiert werden. Zusätzlich zur MRT-gezielten Biopsie sollte im Rahmen der Erstbiopsie eine systematische Biopsie erfolgen.
Stadieneinteilung
Zur Bestimmung des klinischen Tumorstadiums (T-Kategorie) sollen nach Leitlinie der digital-rektale Untersuchungsbefund und die Magnetresonanztomographie herangezogen werden.
Wie oft sollte eine mpMRT der Prostata durchgeführt werden?
Eine feste, für alle Patienten gültige Wiederholungsfrequenz gibt es nicht – sie richtet sich nach der individuellen Situation. Im Rahmen der aktiven Überwachung ist der Rhythmus abhängig vom PI-RADS-Befund und dem PSA-Verlauf. Direkt nach einer Biopsie sollte aufgrund möglicher Einblutungen mit einer MRT mindestens sechs Wochen gewartet werden. Ihr Urologe legt gemeinsam mit Ihnen fest, ob und wann eine Kontrolluntersuchung sinnvoll ist.
Kostenübernahme der Prostata-MRT
- Privat Versicherte erhalten die Kosten der mpMRT in der Regel vollständig erstattet.
- Gesetzlich Krankenversicherte müssen die Untersuchung derzeit trotz klarer Empfehlung der Leitlinie noch selbst tragen, da die mpMRT bislang keine reguläre Kassenleistung ist.
- In Einzelfällen kann sich ein individueller Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse mit einer ausführlichen Begründung des überweisenden Urologen lohnen.
Sprechen Sie uns gerne an – wir erstellen Ihnen auf Wunsch einen Kostenvoranschlag.
Kontaindikationen der Prostata-MRT
Es gibt auch Kontraindikationen für eine MRT der Prostata, die berücksichtigt werden müssen. Patienten mit Metallimplantaten wie Herzschrittmachern oder neurostimulatorischen Implantaten sollten keine MRT-Untersuchung durchführen lassen, da die starken Magnetfelder des Geräts die Implantate beschädigen können.
Aufklärungsbogen Kernspintomographie /MRT
Als Vorbereitung für die mpMRT Prostata finden Sie hier den Aufklärungsbogen mit allen wichtigen Informationen. Sie können diesen Bogen am PC ausfüllen. Bitte drucken Sie den entsprechenden Aufklärungsbogen danach aus und bringen Sie ihn unterschrieben zu Ihrer Untersuchung mit.
Blutwertmitteilung
Wenn Sie bei uns eine MRT-Untersuchung der Prostata vereinbart haben, übermitteln Sie uns bitte einige Tage vor der Untersuchung Ihren Kreatininwert.
