MRT Oberbauch in Darmstadt (Leber, Pankreas, Nieren)
Eine MRT des Oberbauchs untersucht mehrere benachbarte, aber diagnostisch sehr unterschiedliche Organe – Leber, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Nebennieren und Gallenwege – jeweils ganz ohne Röntgenstrahlung. Ergänzend erfahren Sie auf dieser Seite auch, wie eine MRT-Sellink (Dünndarm) und eine Bauchwand-MRT bei uns ablaufen – zwei Untersuchungen, die nicht nur den Oberbauch, sondern das gesamte Abdomen betreffen.
Allgemeine Informationen zu unserem MRT-Gerät und den Untersuchungsbedingungen finden Sie auf unserer MRT-Seite.
Untersuchungsbereiche am Oberbauch:
MRT Leber
Eine Leber-MRT klärt vor allem folgende, häufige Fragestellungen ab:
- Leberzyste – gutartige, flüssigkeitsgefüllte Ansammlung, in der Regel ohne Behandlungsbedarf
- Hämangiom – häufigster gutartiger Lebertumor, anhand eines charakteristischen Kontrastmittel-Anflutungsmusters meist von anderen Befunden abgrenzbar
- Metastase
- fokal-noduläre Hyperplasie (FNH) gegenüber einem Leberzelladenom – zwei gutartige Lebertumoren, deren Unterscheidung für das weitere Vorgehen entscheidend ist
- unklarer Leberherd, zum Beispiel ein zuvor im Ultraschall oder in einer CT entdeckter, noch nicht eindeutig zuzuordnender Befund – die MRT ist hierfür das bevorzugte Problemlösungsverfahren, unabhängig davon, ob es sich um eine Erstabklärung oder eine Kontrolle handelt
- Leberzirrhose und Verdacht auf ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) bei entsprechendem Risikoprofil – hier orientiert sich die Befundung am etablierten LI-RADS-System
Bei speziellen Fragestellungen – etwa der Unterscheidung zwischen FNH und Adenom, einem unklaren Leberherd oder einer besonders empfindlichen Metastasensuche – kann das leberspezifische (hepatobiliäre) Kontrastmittel Primovist zum Einsatz kommen. Es wird zusätzlich zur regulären Kontrastmitteldynamik von den Leberzellen selbst aufgenommen und über die Gallenwege ausgeschieden, wodurch rund 20 Minuten nach der Injektion eine zusätzliche, sogenannte hepatobiliäre Spätaufnahme möglich wird.
Bei Verdacht auf eine Fettlebererkrankung (seit 2023 international als MASLD, bei begleitender Entzündung als MASH bezeichnet, vormals NAFLD/NASH) ist in der Regel die Sonographie mit Elastographie das geeignetere Verfahren; die MRT kommt hier nur ergänzend zum Einsatz.
MRT Pankreas
Eine Pankreas-MRT klärt unter anderem folgende Fragestellungen ab:
- zystische Pankreasläsion, zum Beispiel eine intraduktale papillär-muzinöse Neoplasie (IPMN), ein seröses Zystadenom, eine muzinöse zystische Neoplasie oder eine Pseudozyste nach einer Pankreatitis – MRT und MRCP zeigen Binnenstruktur und Gangkommunikation einer solchen Läsion meist genauer als eine CT und sind deshalb schon für die erste Einordnung, nicht nur für spätere Kontrollen, häufig das bevorzugte Verfahren
- akute oder chronische Pankreatitis
- Pankreastumor (Pankreaskarzinom), insbesondere zur weiteren Abklärung bei unklarem CT-Befund
MRCP
Eine MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie) stellt Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang dar, als nicht-invasive Alternative zur diagnostischen ERCP:
- Gallenstau
- Gallengangsstein (Choledocholithiasis)
- Gallengangstumor (Cholangiokarzinom)
- primär sklerosierende Cholangitis (PSC)
- Bauchspeicheldrüsen-Tumor
Eine isolierte MRCP führen wir meist nativ, also ohne Kontrastmittel, durch. Häufig ist sie jedoch Teil einer kompletten Leber- oder Pankreas-MRT, die dann mit Kontrastmittel erfolgt
MRT Nieren / Nebennieren
- Nierenzyste – die Einordnung erfolgt anhand der Bosniak-Klassifikation, die zystische Nierenbefunde nach ihrem Malignitätsrisiko einstuft
- Nierentumor
- Nebennierenadenom – meist ein zufällig entdeckter, gutartiger Befund (Nebennieren-Inzidentalom); mittels Chemical-Shift-Bildgebung (einer speziellen Sequenztechnik) lässt sich der für ein Adenom typische Fettgehalt häufig nachweisen und so meist von anderen, abklärungsbedürftigen Raumforderungen unterscheiden
- Nebennierenmetastase
MR-Urogramm
Ein MR-Urogramm stellt die Nieren und die ableitenden Harnwege (Harnleiter und Harnblase) dar:
- Tumor
- Verengung des Harnleiters (Ureterstenose)
- angeborene Anomalie der Harnwege
Weitere Untersuchungen des Abdomens:
Die folgenden beiden Untersuchungen betreffen nicht ausschließlich den Oberbauch, sondern das gesamte Abdomen.
MR-Enterographie (MRT Sellink)
Die MRT-Sellink stellt den Dünndarm dar und wird bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn eingesetzt:
- entzündeter Darmabschnitt
- entzündliche Engstelle (Striktur)
- Fistel
- Abszess
Für die erstmalige Ausbreitungsdiagnostik und den Nachweis von Komplikationen wie Fisteln oder Abszessen bleibt die MRT-Sellink das bevorzugte Verfahren. Für die laufende Verlaufskontrolle eines bereits diagnostizierten Morbus Crohn hat die Darmsonographie in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Vor der Untersuchung ist kein Abführen nötig. Diese Untersuchung bieten wir ausschließlich als Selbstzahler-Leistung an.
MRT Bauchwand
Die Bauchwand-MRT bildet Muskeln, Faszien, Sehnen und Bindegewebe der Bauchwand ab:
- Narbenhernie, zum Beispiel nach einer Bauch-Operation
- Nabelhernie
- Weichteiltumor, zum Beispiel ein Desmoid-Tumor der Bauchdecke
- Entzündung
- Bauchwandendometriose, typischerweise im Bereich einer Kaiserschnittnarbe
Ablauf und Vorbereitung
- Nüchternheit: Für die MRT des Oberbauchs ist Nüchternheit erforderlich
- Kontrastmittel: Die Oberbauch-MRT erfolgt bei uns meist mit Kontrastmittel. Eine isolierte MRCP führen wir meist nativ durch; häufig ist sie jedoch Teil einer kompletten Leber- oder Pankreas-MRT, die dann mit Kontrastmittel erfolgt. Bei speziellen Fragestellungen an der Leber kann das leberspezifische Kontrastmittel Primovist zum Einsatz kommen
- Messzeit: Wie bei den meisten MRT-Untersuchungen liegt die reine Messzeit meist zwischen 10 und 30 Minuten und hängt von der genauen Fragestellung ab
- Bitte vor der Untersuchung angeben: Metallimplantate
Allgemeine Informationen zu unserem Gerät, zum Kontrastmittel-Prozess (u. a. dem vorab benötigten Kreatininwert) und den Aufklärungsbogen finden Sie auf unserer MRT-Seite.
MRT, CT oder Ultraschall des Oberbauches?
| Situation | die empfohlene Methode | Warum |
|---|---|---|
| Gallensteine, Lebergröße, freie Flüssigkeit – erster Überblick | Sonographie | schnell verfügbar, ohne Strahlenbelastung, niedrigschwellig |
| Akute Symptomatik (z. B. akutes Abdomen), bestimmte Tumor-Stagings | CT | schnell verfügbar, hohe Detailauflösung – bleibt hier häufig Methode der Wahl |
| Zystische Pankreasläsion – Erstcharakterisierung und Verlaufskontrolle | MRT/MRCP | zeigt Binnenstruktur und Gangkommunikation meist genauer als eine CT, ohne Strahlenbelastung bei wiederholten Kontrollen |
| Unklarer Leberherd nach Sonographie oder CT | MRT | überlegene Weichteilkontrastauflösung zur weiteren Charakterisierung, bei Bedarf mit leberspezifischem Kontrastmittel |
| Fettlebererkrankung (MASLD/MASH) | Sonographie mit Elastographie | Standardverfahren für diese Fragestellung |
Spezialisierte Qualifikation
PD Dr. med. Marc C. Heinrich ist von der Deutschen Röntgengesellschaft zertifiziert für die Abdominelle Radiologie – die Diagnostik von Erkrankungen an Leber, Bauchspeicheldrüse und Darm in CT und MRT. Diese Zusatzqualifikation fließt direkt in die Befundung Ihrer Untersuchung ein.

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Als Privatpatient oder Selbstzahler benötigen Sie für Ihre MRT-Untersuchung keine Überweisung und profitieren von besonders schnellen Terminen über unsere Privatsprechstunde.
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Häufige Fragen zur MRT des Oberbauchs (FAQ):
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