MRT HWS, BWS, LWS und ISG in Darmstadt
Eine MRT der Wirbelsäule und des Iliosakralgelenks (ISG) stellt Bandscheibe, Wirbelkörper, Rückenmark und Gelenkstrukturen detailliert dar – ganz ohne Röntgenstrahlung. Die Untersuchung ist sicher und schmerzfrei. Auf dieser Seite erfahren Sie, bei welchen Beschwerden welcher Wirbelsäulenabschnitt oder das ISG untersucht wird und wie eine MRT bei uns abläuft. Allgemeine Informationen zu unserem MRT-Gerät und den Untersuchungsbedingungen finden Sie auf unserer MRT-Seite.
Untersuchungsbereiche an der Wirbelsäule und am ISG
Eine MRT der Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) klärt eine Reihe von Fragestellungen, die für alle drei Abschnitte in ähnlicher Weise gelten:
Degenerative Ursachen – die weitaus häufigste Gruppe
- Bandscheibenvorfall und andere Bandscheibenschäden (Bandscheibenextrusion, Bandscheibenprotrusion)
- Bandscheibendegeneration (Osteochondrose, erosive Osteochondrose)
- Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals)
- Facettengelenksarthrose (Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke, eine häufige Ursache chronischer Rückenschmerzen)
- Spondylolisthesis (Wirbelgleiten)
- Radikulopathie (Nervenwurzelreizung oder -kompression durch Bandscheiben- oder Stenosenbefund)
- osteoporosebedingte Wirbelkörperfraktur – die MRT kann dabei gut zwischen einer frischen und einer älteren Fraktur unterscheiden; mehr zur Diagnostik der Osteoporose selbst finden Sie auf unserer
Seite zur Knochendichtemessung


Entzündliche und tumoröse Ursachen – seltener, aber diagnostisch wichtig
- Spondylodiszitis (Entzündung von Bandscheibe und angrenzendem Wirbelkörper)
- Wirbelkörpertumor oder eine Metastase
- Tumor im Spinalkanal, zum Beispiel ein Schwannom (gutartiger Nervenscheidentumor)
- entzündliche Erkrankung des Rückenmarks (Myelon), zum Beispiel im Rahmen einer Multiplen Sklerose oder einer selteneren Querschnittmyelitis. Bei Verdacht auf Multiple Sklerose ergänzt die MRT der Wirbelsäule häufig die MRT des Kopfes

MRT der Halswirbelsäule (HWS)
Zusätzlich zu den oben genannten Ursachen wird eine HWS-MRT häufig bei folgenden Beschwerden durchgeführt:
- Zervikobrachialgie (in den Arm ausstrahlender Nackenschmerz durch eine Nervenwurzelreizung)
- zervikalen Myelopathie (Rückenmarkskompression im Bereich der HWS, meist durch eine fortgeschrittene Spinalkanalstenose) – bei Anzeichen wie Gangunsicherheit oder Feinmotorikstörung der Hände sollte dies zeitnah abgeklärt werden

MRT der Brustwirbelsäule (BWS)
Isolierte BWS-Beschwerden führen seltener zur MRT als HWS- oder LWS-Beschwerden. Neben den oben genannten Ursachen ist die BWS ein häufiger Ort für Wirbelkörperfrakturen und -metastasen. Bei gürtelförmiger Schmerzausstrahlung oder unklaren Rückenschmerzen im mittleren Rücken kann eine BWS-MRT sinnvoll sein.
Bildbeispiele für Befunde im BWS-MRT:

Beschwerden:
Schmerzen in der Brustwirbelsäule
Diagnose:
Alte Wirbelkörperfrakturen, mehrere Wirbelkörper der Brustwirbelsäule sind gebrochen und gesintert.
MRT der Lendenwirbelsäule (LWS)
Die mit Abstand am häufigsten untersuchte Wirbelsäulenregion. Zusätzlich zu den oben genannten Ursachen:
- Ischialgie/Lumboischialgie (in das Bein ausstrahlender Kreuzschmerz durch eine Nervenwurzelreizung)
- Cauda-equina-Syndrom: Bei akuten Warnzeichen wie einer Blasen- oder Mastdarmstörung, einer Gefühlsstörung im Bereich des Gesäßes oder einer beidseitigen Beinschwäche handelt es sich um einen medizinischen Notfall – suchen Sie in diesem Fall umgehend ärztlichen Rat, statt einen regulären Termin zu vereinbaren
Bildbeispiele für Befunde im LWS-MRT:

Beschwerden:
Rückenschmerzen.
Diagnose:
Bandscheibenprotrusionen und Einriss des Anulus fibrosus.

Beschwerden:
Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in das Bein.
Diagnose:
Diskuszyste LWK4/5
MRT des Iliosakralgelenks (ISG)
Die MRT des ISG wird vor allem bei Schmerzen im Bereich des unteren Rückens und Gesäßes eingesetzt, insbesondere bei Verdacht auf:
- Sakroiliitis (entzündliche Veränderung des ISG) im Rahmen einer axialen Spondyloarthritis – dazu zählt neben dem bekanntesten Vertreter, dem Morbus Bechterew, auch andere seronegative Spondylarthropathien, zum Beispiel die Psoriasis-Spondylarthritis oder die reaktive Arthritis. Die MRT ist hier das Standardverfahren zur Frühdiagnostik: Sie kann entzündliche Knochenmarködeme am ISG bereits nachweisen, bevor im Röntgenbild strukturelle Veränderungen sichtbar werden
Wichtige Abgrenzung:
Eine ISG-Blockade (eine mechanische Funktionsstörung und häufige Ursache tief sitzender Rücken- oder Gesäßschmerzen) wird klinisch, über körperliche Funktionstests, diagnostiziert – im MRT-Schnittbild zeigt sich dabei keine strukturelle Auffälligkeit. Wird bei entsprechenden Beschwerden dennoch eine MRT des ISG durchgeführt, dient sie dazu, andere, bildgebend fassbare Ursachen wie eine Sakroiliitis oder eine Insuffizienzfraktur auszuschließen oder nachzuweisen – nicht dazu, die Blockade selbst zu bestätigen.
MRT von Kreuzbein und Steißbein
Eine MRT dieser Region kann hilfreiche Informationen liefern, zum Beispiel bei:
- Kreuzbeinfraktur (Sakrumfraktur), einschließlich einer osteoporosebedingten Insuffizienzfraktur, zum Beispiel bei Osteoporose oder nach einer Bestrahlung
- Steißbeinschmerzen (Kokzygodynie), etwa nach einem Sturz auf das Gesäß oder bei Schmerzen beim Sitzen
- selteneren Tumoren dieser Region, wie einem Chordom
Muss bei Rückenschmerzen immer ein MRT gemacht werden?
Nicht immer. Bei einem unspezifischen Kreuzschmerz ohne sogenannte Warnzeichen – etwa Hinweise auf eine Fraktur, eine Infektion oder einen Tumor – empfiehlt die ärztliche Leitlinie zunächst keine routinemäßige Bildgebung, insbesondere nicht innerhalb der ersten sechs Wochen, sondern eine konservative Behandlung. Bestehen die Beschwerden trotzdem fort, kommen Warnzeichen hinzu oder liegt eine der oben genannten Fragestellungen vor, ist eine MRT sinnvoll.

Ablauf und Vorbereitung
- Keine Nüchternheit erforderlich – Sie können vor Ihrem Termin normal essen und trinken
- Messzeit: meist 10 bis 20 Minuten reine Messzeit
- Es wird immer nur ein Abschnitt pro Termin untersucht – zum Beispiel nur die LWS oder nur das ISG. Möchten Sie mehrere Regionen abklären lassen (z. B. HWS und LWS), benötigen Sie entsprechend mehrere Termine
- Kontrastmittel: Bei der Wirbelsäule reicht in den meisten Fällen – etwa bei Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose oder anderen degenerativen Veränderungen – eine native Untersuchung ohne Kontrastmittel aus. Kontrastmittel kommt gezielt zum Einsatz bei entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule oder des Myelons, bei Verdacht auf postoperatives Narbengewebe nach einer Bandscheiben-Operation (zur Abgrenzung von einem erneuten Bandscheibenvorfall) oder bei Tumor-/Metastasenverdacht. Bei der MRT des ISG wird dagegen meist mit Kontrastmittel untersucht, da die Fragestellung hier in der Regel einer möglichen Sakroiliitis gilt.
- Bitte vor der Untersuchung angeben: Metallimplantate, zum Beispiel eine Wirbelsäulen-Instrumentierung
Allgemeine Informationen zu unserem Gerät, zum Kontrastmittel-Prozess (u. a. dem vorab benötigten Kreatininwert) und den Aufklärungsbogen finden Sie auf unserer
MRT-Seite.
Suchen Sie stattdessen eine PRT oder Facettengelenksinfiltration bei Rückenschmerzen? Diese CT-gesteuerten Schmerztherapie-Verfahren sind keine MRT-Diagnostik und werden auf unserer eigenen Seite zur
Schmerztherapie beschrieben.
MRT oder Röntgen bei Schulter, Ellenbogen und Hand?
| Situation | empfohlene Methode | Warum |
|---|---|---|
| Beurteilung von Statik und Funktion der Wirbelsäule | Röntgen | Schnell verfügbar, zeigt die knöcherne Ausrichtung zuverlässig |
| Verdacht auf einen frischen Knochenbruch | Röntgen oder CT | Röntgen für den ersten Überblick, CT für feinste Knochendetails |
| Feine Knochendetails, z. B. zur OP-Planung | CT | Höchste Detailgenauigkeit der knöchernen Strukturen |
| Beurteilung von Bandscheibe, Nerven, Rückenmark oder ISG | MRT | Zeigt Weichteile und Nervenstrukturen, die Röntgen und CT nicht darstellen |
| Unauffälliges Röntgenbild trotz fortbestehender Beschwerden | MRT | Unauffälliges Röntgenbild trotz fortbestehender Beschwerden |
Spezialisierte Qualifikation
PD Dr. med. Marc C. Heinrich ist von der Deutschen Röntgengesellschaft zertifiziert für die Muskuloskelettale Radiologie – die Diagnostik von Erkrankungen an Knochen, Gelenken und Weichteilen – sowie für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der medizinischen Bildgebung. Beide Zusatzqualifikationen fließen direkt in die Befundung Ihrer Untersuchung ein.


Privatpatient oder Selbstzahler? Schneller MRT-Termin
Als Privatpatient oder Selbstzahler benötigen Sie für Ihre MRT-Untersuchung keine Überweisung und profitieren von besonders schnellen Terminen über unsere Privatsprechstunde.
Häufige Fragen zur MRT von Wirbelsäule und ISG
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