MRT Becken in Darmstadt (muskuloskelettal und gynäkologisch
Eine MRT des Beckens deckt zwei grundverschiedene Themenfelder ab: einerseits die knöchernen Strukturen und die Muskulatur des Beckens (muskuloskelettal), andererseits die inneren weiblichen Organe (gynäkologisch) – jeweils ganz ohne Röntgenstrahlung. Ergänzend werden auch Leiste und Beckenboden mittels MRT untersucht. Auf dieser Seite erfahren Sie, bei welchen Beschwerden welcher Teilbereich untersucht wird und wie eine MRT bei uns abläuft. Allgemeine Informationen zu unserem MRT-Gerät und den Untersuchungsbedingungen finden Sie auf unserer MRT-Seite.
Untersuchungsbereiche am Becken:
MRT Becken muskuloskelettal
Das muskuloskelettale Becken umfasst die knöchernen Strukturen des Beckens ebenso wie die Beckenmuskulatur. Eine Becken-MRT kann unter anderem folgende Veränderungen darstellen:
- Knochenmarködem – häufig ein frühes Zeichen einer Fraktur oder Überlastung, das im Röntgenbild oft noch nicht zu erkennen ist
- Fraktur, zum Beispiel eine Beckenring-Insuffizienzfraktur bei Osteoporose – mehr zur Diagnostik der Osteoporose selbst finden Sie auf unserer Seite zur Knochendichtemessung
- Knochenentzündung, zum Beispiel eine Osteitis oder Osteomyelitis
- eine Metastase oder ein Knochentumor
- ein Muskelfaserriss (Teil- oder Komplettriss der Beckenmuskulatur)
- eine Myositis (Muskelentzündung)
- ein Weichteiltumor, zum Beispiel ein Lipom
- eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung), zum Beispiel am Trochanter oder Sitzbein
- eine proximale Hamstring-Sehnenverletzung (Ansatz der Oberschenkelrückseite am Sitzbein), von der Teilreizung bis zur vollständigen Ablösung
Die MRT ist gerade bei Weichteilen wie Muskeln, Sehnen und Faszien einer CT oder einem Röntgenbild überlegen.
Bildbeispiele für Befunde im Becken-MRT muskuloskelettal:

Beschwerden:
Leistenschmerzen.
Diagnose:
Osteitis pubis, Stressreaktion im Bereich der Symphyse, meist Folge chronischer mechanischer Überlastung.
MRT Becken weiblich
Die MRT des weiblichen Beckens stellt die inneren weiblichen Organe dar – Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und Gebärmutterhals. Für die MRT des weiblichen Beckens ist Nüchternheit erforderlich.
Eierstock (Ovar) und Eileiter:
- eine Eierstockszyste, zum Beispiel eine Schokoladenzyste (Endometriom) oder eine Dermoidzyste (reifes zystisches Teratom)
- ein Adnextumor (Ovarialtumor), gutartig (z. B. ein Ovarialfibrom) oder bösartig (Ovarialkarzinom)
- Hydrosalpinx (flüssigkeitsgefüllte Erweiterung des Eileiters)
- Endometriose
Gebärmutter (Uterus) und Gebärmutterhals (Zervix):
- Myom
- Adenomyose
- eine Uterusanomalie (Fehlbildung der Gebärmutter), zum Beispiel ein Uterus arcuatus oder ein Uterus bicornis
- Endometriumkarzinom (Gebärmutterkörperkrebs)
- Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)
Tumorstaging:
Bei einem bereits diagnostizierten Zervix-, Endometrium- oder Ovarialkarzinom ist die MRT ein Standardverfahren zur Bestimmung der Tumorausdehnung (Staging) – etwa zur Frage, wie tief ein Tumor die Gebärmutterwand durchdringt, ob umliegendes Gewebe (Parametrien) betroffen ist oder ob Lymphknoten befallen sind. Diese Untersuchung erfolgt meist auf Überweisung des behandelnden Gynäkologen oder Onkologen zur Therapieplanung.
MRT Leiste
Häufigste Indikation für eine Leisten-MRT ist eine Leistenhernie (Weichteilbruch, inguinal oder femoral). Erste Anlaufstelle ist dabei die Sonographie – die MRT kommt bei unklarem Ultraschallbefund oder bei Verdacht auf eine im Ultraschall nicht sichtbare (okkulte) Hernie zum Einsatz. Weitere Fragestellungen der Leisten-MRT:
- Lymphknotenvergrößerung (Lymphadenopathie), zum Beispiel reaktiv oder tumorbedingt
- Weichteiltumor, zum Beispiel ein Lipom
- Entzündung, zum Beispiel eine Lymphadenitis oder ein Abszess
Suchen Sie eine Abklärung der Sportlerleiste (Symphyse)? Beschwerden im Bereich der Schambeinfuge bei Sportlerinnen und Sportlern werden auf unserer Seite zur
MRT von Knie, Hüfte und Fuß behandelt.
MR-Defäkographie (Beckenboden)
Bei Beschwerden wie einer Verstopfung, dem Gefühl der unvollständigen Darmentleerung, einer Stuhl- oder Harninkontinenz oder einem Senkungs-/Druckgefühl im Becken kann eine dynamische Beckenboden-MRT (Defäkographie) die Ursache klären. Dabei werden Aufnahmen des Enddarms während der Darmentleerung angefertigt und folgende Veränderungen sichtbar gemacht:
- Beckenbodeninsuffizienz (Descensus) – Absenkung der Beckenorgane
- Rektozele – die Vorderwand des Enddarms wölbt sich in Richtung Scheide vor
- Zystozele – die Blase senkt sich ab und wölbt sich in Richtung Scheide vor
- Enterozele – Dünndarmschlingen rutschen zwischen Enddarm und Scheide ab
- Intussuszeption – der Enddarm stülpt sich in sich selbst ein und behindert den Stuhlgang
Vorbereitung: Vor der Untersuchung wenden Sie zuhause selbst ein Klistier an, damit der Enddarm für die Aufnahmen leer ist.
Bildbeispiele für MR-Defäkographie:
MRT Prostata
Fragen rund um die Prostata beantwortet unsere eigene Seite zur Prostata-MRT.
MRT, CT oder Ultraschall des Beckens?
| Situation | die empfohlene Methode | Warum |
|---|---|---|
| Gynäkologische Fragestellungen, z. B. Eierstockszysten, Myome oder Endometriose | Sonografie | Erstlinienverfahren für alle gynäkologischen Fragestellungen, schnell verfügbar, ohne Strahlenbelastung |
| Verdacht auf eine Leistenhernie | Sonografie | Erster Schritt zur Abklärung; die MRT ergänzt bei unklarem Befund oder Verdacht auf eine okkulte Hernie |
| Akute knöcherne Traumatologie des Beckens, z. B. nach einem Sturz | Röntgen oder CT | Röntgen für den ersten Überblick, CT für feinste Knochendetails |
| Unklarer oder fortbestehender gynäkologischer Befund nach Sonographie | MRT | Detaillierte Weichteildarstellung, ergänzt die Sonographie bei komplexen Befunden oder zur OP-Planung |
| Bereits diagnostiziertes Zervix-, Endometrium- oder Ovarialkarzinom | MRT | Standardverfahren zur Bestimmung der Tumorausdehnung (Staging) vor der Therapieplanung |
| Weichteilverletzungen der Beckenmuskulatur, chronische Beckenschmerzen | MRT | Zeigt Muskeln, Sehnen und Weichteile, die Röntgen und CT nicht darstellen |
| Abklärung von Stuhlentleerungsstörungen | MRT (Defäkographie) | Dynamische Darstellung während der Darmentleerung |
Mehr zur Röntgen- und CT-Diagnostik finden Sie auf unseren Seiten zu Röntgen und CT, mehr zum Ultraschall auf unserer Seite zur Sonografie.
Ablauf und Vorbereitung
- Nüchternheit: Für die MRT des weiblichen Beckens ist Nüchternheit erforderlich. Für die MRT des muskuloskelettalen Beckens oder der Leiste ist keine Nüchternheit nötig – Sie können vor Ihrem Termin normal essen und trinken
- Vorbereitung auf eine Defäkographie: Bitte wenden Sie zuhause selbst ein Klistier an, damit der Enddarm für die Untersuchung leer ist
- Messzeit: Wie bei den meisten MRT-Untersuchungen liegt die reine Messzeit meist zwischen 10 und 30 Minuten und hängt von der genauen Fragestellung ab
- Kontrastmittel: Beim weiblichen Becken kommt in der Regel Kontrastmittel zum Einsatz. Beim muskuloskelettalen Becken erfolgt die Untersuchung bei akuten traumatischen Fragestellungen meist nativ, ohne Kontrastmittel; bei chronischen Beschwerden oder Verdacht auf eine Entzündung oder einen Tumor kommt dagegen Kontrastmittel zum Einsatz
- Bitte vor der Untersuchung angeben: Metallimplantate
Allgemeine Informationen zu unserem Gerät, zum Kontrastmittel-Prozess (u. a. dem vorab benötigten Kreatininwert) und den Aufklärungsbogen finden Sie auf unserer MRT-Seite.
Spezialisierte Qualifikation
PD Dr. med. Marc C. Heinrich ist von der Deutschen Röntgengesellschaft zertifiziert für die Muskuloskelettale Radiologie – die Diagnostik von Erkrankungen an Knochen, Gelenken und Weichteilen – sowie für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der medizinischen Bildgebung. Beide Zusatzqualifikationen fließen direkt in die Befundung Ihrer Untersuchung ein.


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Häufige Fragen zur MRT des Beckens (FAQ):
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